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Ausgestorbene Krankheiten, oder doch nicht?

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Viele Krankheiten gelten heute als ausgerottet. Einst sorgten Sie für Schrecken und Angst in der Bevölkerung, rafften ganze Städte und Regionen dahin und waren kaum aufzuhalten. Heute haben diese Krankheiten ihren Schrecken verloren oder sind gar in Vergessenheit geraten. Da kann man sich also beruhigt zurücklehnen oder etwa nicht? Hier muss man leider sagen: Nein. Viele Krankheiten galten lange als ausgestorben, feiern aber trotz moderner Medizin und Hygiene ein heimliches Comeback. Zwar sind es keine Epidemien, die ganze Länder in Angst versetzen, aber mit gewisser Ernsthaftigkeit sollte man solche Krankheitsfälle dennoch behandeln. Welche Krankheiten sind das aber, die wieder an der Oberfläche auftauchen?

Syphilis kennen viele aus mittelalterlichen Erzählungen und Schreckensgeschichten. Doch diese Krankheit ist keineswegs ausgestorben, wie die Ritter und Vasallen. Hier können Sie mehr zur Krankheit erfahren, die auch heute noch in vielen Bevölkerungsschichten verbreitet ist. Seit 2011 ist Syphilis zudem meldepflichtig. Etwa 3000 Fälle werden in Deutschland jährlich gemeldet, die meisten davon kommen glimpflich davon. Tückisch sind vor allem die anfänglich leichten Symptome, die man nur selten von selbst auf Syphilis zurückführen wurde. Wässrige Knoten und geschwollene Lymphknoten sind dabei die markantesten Symptome im frühen Stadium. Früh genug erkannt kann die Krankheit komplett geheilt werden. Das Risiko einer Infektion ist aber in Deutschland sehr gering.

Nur weil in Deutschland und in den meisten westlichen Ländern bestimmte Krankheiten ausgestorben sind, heißt das noch lange nicht, dass diese nicht in anderen Teilen der Welt auftreten. Die Pest beispielsweise tritt bis heute in Madagaskar auf. Seit 2010 sind dabei etwa 600 Menschen gestorben. Mangelnde Hygiene und medizinische Versorgung machen Ausbrüche möglich. Seit 1992 gab es in vielen weiteren Ländern vereinzelte Ausbrüche, die aber schnell eingedämmt werden konnte. Lediglich in Madagaskar geht der schwarze Tod weiterhin um, sowohl in Form der Lungenpest, als auch in der gefürchteten Form der Beulenpest.

Polio war lange Zeit eine sehr gefürchtete Krankheit. Durch Impfungen Mitte des 20. Jahrhunderts konnte die Krankheit aber komplett zurückgedrängt werden, bis sie in der westlichen Welt als ausgerottet erklärt wurde. Doch die Gefahr ist nicht gebannt. Diverse Studien offenbaren, dass immer weniger Menschen sich gegen eine Polio-Impfung entscheiden. Eine Fehlentscheidung, die fatale Folgen haben kann. Denn wird die Krankheit aus einem anderen Land eingeschleppt, so kann sich die Krankheit in der ungeimpften Bevölkerung schnell ausbreiten. Epidemien sind also selbst in Ländern, wie Deutschland oder den USA nicht gänzlich ausgeschlossen. Selbst ausgestorbene Krankheiten, scheinen nie ganz verschwunden zu sein.